Museum Obernberg

Im Jahre 1400 hatte ein gewisser Jörg Frueauf mit 26 anderen Obernberger Schiffsleuten eine größere Ladung Wein zu verzollen. Dieser Eintrag in den Passauer Mautregistern könnte darauf hinweisen, dass der bedeutende Maler der Donauschule, Rueland Frueauf der Ältere, als Sohn des Kaufmanns und Schiffsherrn Ulrich Rueland, dieser wiederum Sohn des Jörg Frueauf in Obernberg zur Welt gekommen ist. 

Das Geburtsjahr Ruelands wird mit 1440 oder 1445 angegeben. Todesjahr: 1507 in Passau.[1]

Es wird aber auch gemutmaßt, dass Rueland Frueauf der Ältere in Salzburg geboren worden sein könnte, da sein Name in den Salzburger Bürgerbüchern fehlt, als Fremder wäre er dort verzeichnet gewesen. Er war als Maler abwechselnd in Salzburg und Passau tätig und besaß das Bürgerrecht beider Städte. Er arbeitete in Salzburg für das Stift St. Peter, wo sein Name mehrmals in den Rechnungsbüchern verzeichnet ist: 1470, 1472, 1475, 1476 und 1478. Möglicherweise sind die Passionstafeln, die als Fotografie im Heimathaus gezeigt werden, und deren Originale sich im Wiener Belvedere befinden, eine Auftragsarbeit aus St. Peter. Im Jahr 1480 wird Rueland Frueauf (RF) in einem Buche des fürsterzbischöflichen Konsitorialarchivs unter den noch lebenden Mitgliedern der „alten Bürger Brüderschaft“ angeführt. Im selben Jahr wird er Bürger von Passau und malt dort bedeutende Fresken, unter anderem ein Riesenfresko am Scheiblingturm.

Am 18.Mai 1484 richteten Bürgermeister und Rat der Stadt Salzburg an den „ehrbaren und weisen“ Rueland Frueauf“, Maler und Bürger zu Passau, ein Schreiben mit dem Begehr, sich innerhalb acht Tagen nach Salzburg zu verfügen, um über eine Tafel in unserer lieben Frauen Pfarrkriche zu reden, die der Bürgermeister nach R.F.s Rat anzufangen vermeine. Den Auftrag fr dieses Werk erhielt dann am 26. August d.J. Michael Pacher. [2]

In Passau dürfte er um 1497 in Schwierigkeiten gekommen sein, da ihm 1498 das Bürgerrecht noch einmal zugesprochen wurde weil es ihm „dieweyl vormals um sein Verschulden aufgesagt" gewesen war. Es bedurfte seiner Bitten und verschiedentlicher Fürsprache, das „Burgrecht“ wieder zu bekommen. Reste seines Grabsteines befinden sich in der Heiliggeistkirche in Passau.

Das redende Wappen des Künstlers zeigt eine Eule (früh auf) [3]

 

 

Werke:

Flügelaltar mit Szenen aus dem Marienleben und der Passion Christi (Originale im Belvedere, Wien, diese sind in einer großen Schaurestaurierung 2014-2015 restauriert worden)

Flügelaltar in der Kapelle der Burg Freudensee, heute in der Pfarrkirche St. Vitus, Hauzenberg, Bayern (Einziger, vollständig erhaltener Flügelaltar im gesamten bayrischen Wald. Eventuell handelt es sich hier um ein Werk aus der Werkstatt Frueauf.

Ob Rueland Frueauf der Ältere auch der "Meister von Großgmain" ist, ist umstritten.

 


[1] Hans Brandstetter, Der Markt Obernberg am Inn, (Hg. Gemeinde Obernberg am Inn), OÖ Landesverlag, 1974 S. 75

[2] Ludwig von Baldass, Conrad Laib und die beiden Rueland Frueauf, Verlag Anton Schroll, Wien 1946, S. 68

[3][3] Ludwig von Baldass, Conrad Laib und die beiden Rueland Frueauf, Verlag Anton Schroll, Wien 1946, S. 68

Heimat- und Kulturverein, Marktplatz 22, 4982 Obernberg am Inn, Tel.: +43 (07758) 2255, Mobil: +43 (0676) 6133531, Email: info@museum-obernberg.at viamedia