Museum Obernberg

Rueland Frueauf der Jüngere ist der Sohn des „Älteren“ und wurde um 1470 vermutlich in Salzburg geboren. 1497 wurde er Bürger von Passau, seine Frau Dorothea stirbt dort schon 1503, der Künstler wird 1505 in Passau wieder als „Jung Rueland“ erwähnt und lebt noch 1545 als Maler in Passau.

Sein Werk ist der sogenannten „Donauschule“ zuzuordnen, die keine Schule im eigentlichen Sinn ist, sondern ein Malstil. Man fand hier zu einer neuen Art der Landschaftsdarstellung, die eine besondere Hingabe zur Natur ausdrückte, welche aber auch die Phantasie anregende Interpretationen zulässt. Der Donaustil ging einher mit der Zeit der Reformation und den Bauernkriegen. Diese war eine „aufgewühlte, sturmgepeitschte Zeit“ [1]was auch in den dramatischen Szenen und Landschaftsdarstellungen des Donaustils zum Ausdruck kommt.

Rueland Frueauf der Jüngere kann sogar als einer der ersten Maler der Renaissance hierzulande bezeichnet werden und ist bekanntgeworden durch die Darstellung der Gründungslegende des Stifts Klosterneuburg und seines Gründers, des hl. Leopold. Die Geschichte ist als „Schleierlegende“ bekannt. Er dürfte zumindest einige Zeit auch in Klosterneuburg geschaffen haben. Wenn man bedenkt, dass das Erzbistum Passau und das Erzbistum Klosterneuburg im 16. Jahrhundert unmittelbar benachbart waren, nimmt dies nicht wunder.

 

 

[1] Prof. Dr. Kurt Holter, zit. in: Hans Brandstetter, ebd. S. 77

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