Museum Obernberg

Der Schöpfer der bewundernswerten Rokokofassaden am Marktplatz ist Johann Baptist Modler, einer der bedeutendsten Stuckateure des Spätbarock im süddeutschen Raum.

Johann Baptist Modler wurde als viertes und jüngstes Kind der angesehenen Tuchmacherfamilie Johann Adam Modler und seiner Ehefrau  Regina 1697 in Hohenfels in der Oberpfalz geboren. Er erlernte bei seinem Vater das Tuchmacherhandwerk. Modler machte sich auf Wanderschaft, da wohl seine älteren Brüder schon im Betrieb des Vaters tätig waren und er sich anderswo  verdingen musste.

So kam er als Wandergeselle nach Obernberg.  Er trat in die Dienste des hiesigen Tuchmachers Josef Groll und heiratete 1729 dessen 19jährige Tochter Maria Theresia Groll. Sie schenkte ihm drei Söhne: Johann Casper Josef, Melchior Georg Josef  und Franz Josef Balthasar und später - wieder zurück in Kößlarn - noch 8 weitere Kinder.

Modler konnte seine Familie  nicht durch seine Kunst allein ernähren. Seine Frau betrieb deshalb nebenbei eine Krämerei. Seine Arbeiten in Fürstenzell waren überschattet von den Auswirkungen des österreichischen Erbfolgekrieges. Sie brachten für die Familie  Modler schwere Zeiten in Kößlarn, viel Drangsal und Not. In einem Gesuch aus dem Jahre 1745 schreibt der Meister Folgendes:

„Zudem bin ich vor zwei Jahren schwerlich krank gewesen und in solch meiner Krankheit durch die feindlichen Truppen 10 mal geplündert und 4 mal aus dem Krankenbett  gewalttätig herausgerissen worden, welcher Zustand mir Schrecken verursacht, dass ich über 6 Wochen gehörlos gewesen“.

Alle seine Werkzeuge, aber auch Aufzeichnungen über seine Arbeiten bis dorthin waren damit verloren gegangen.

Modler war gegen 1757 in Obernberg tätig und so entstanden in dieser Zeit die schönen Fassaden. Da inzwischen auch seine Söhne angesehene Künstler geworden waren, kann man annehmen, dass die Familie hier ein Zeugnis des Könnens geben wollte. Man vermutet auch, dass das Haus des Apothekers zuerst verziert wurde, dann das Woerndlehaus, zuletzt das Schiffsmeisterhaus.

Höhepunkt seines Schaffens war die Stiege der neuen Residenz zu Passau. Im Jahre 1868 vernichtete mit vielen anderen Häusern eine Feuersbrunst auch das Modlersche Haus in Kößlarn. Die Front des Hauses war geschmückt gewesen mit Stuckarbeiten des Meisters, darstellend das Paradies mit Flüssen, Bäumen und Tieren und dem Sündenfall und zwar so meisterhaft, dass alle Leute stehen geblieben sein sollen, um das Kunstwerk zu betrachten.

Modler starb am 11. November 1774 in Kößlarn im Alter von 77 Jahren in Armut.

 

 

 

 

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