Museum Obernberg

Der Inn war lange Zeit kein Grenzfluss, sondern bedeutender Verkehrsweg.  Urfahr, einer der Vormärkte  Obernbergs, war die erste Siedlung an dieser Stelle des Inns. Vermutlich gab es hier schon eine römische Flottille.

Seit dem Mittelalter bestand überaus reger Schiffsverkehr auf dem Inn in beide Richtungen. Transportiert wurden vielfältige Waren und Personen.  Vor allem aber wurde Salz aus dem Dürrnberg bei Hallein und der Saline Reichenhall befördert, weshalb man auch von der „Salzschifffahrt“ spricht.

Bis zum 15. Jahrhundert wurden die Schiffe von Menschen wieder flussaufwärts gezogen. Erst dann wurde das Aufwärtstreideln mit Hilfe von Pferden erlaubt, welches vorher untersagt war, „damit sich die armen Leute zu Laufen ernähren mögen und die Städte gefördert werden“.

Die Obernberger Schiffleute waren zuständig für den Transport von Laufen bis nach Passau und zurück, dieser Teil der Strecke wurde als „Naufahrt“ bezeichnet. Die Obernberger Gilde bezeichnete sich seit ca. 1400 als „Nauflezerzeche“. 

Die Nauflezer verwendeten die größten Schiffe, die überhaupt auf dem Inn zum Einsatz kamen: Die „Obernpergerin“. Sie konnten entweder 45 Tonnen oder 65 Tonnen Ladung aufnehmen und wurden je nach Größe entweder „Viererin“ oder „Fünferin“ genannt. Die Kosten für eine Obernpergerin beliefen sich auf das 7-8 fache der Kosten jener Schiffe, die die Laufener Schiffsleute verwendeten, ein Schiff hielt nur etwa 3 Jahre, dann musste es erneuert werden.

Der Inn war vor der Regulierung  ein breiter Strom mit zahlreichen Nebenarmen und  Untiefen. Es war äußerst schwierig, eine durchgehende Fahrrinne zu finden. Die Strecke wurde daher mit Stecken markiert. Jedem Transport voraus fuhr auf Salzburger Gebiet zusätzlich ein „geschworener Wasserseher“ mit einer „Wasserseherzille“.  Auf bayrischem Gebiet, also auch hier in Obernberg, hießen diese beeideten Sicherheitsleute „Fürfahrer“. Ab dem 16. Jahrhundert wurden verstärkt „Nachplätten“ eingesetzt. Falls ein Schiff auf Grund lief, wurden die Waren auf die nachfahrenden Plätten umgeladen, damit dieses leichter wurde und wieder flott gemacht werden konnte. Die Nachplätten dienten später öfters auch als Ersatz für die teure Obernpergerin.

Die von der Salzach her beförderten Waren wurden  in Laufen umgeladen. In Obernberg mussten die Waren verzollt werden, das alte Mauthaus zeugt von der Bedeutung der Mautstelle Obernberg.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Innschifffahrt völlig an Bedeutung. Mit der Einführung der Eisenbahn und dem zunehmenden Ausbau des Straßennetzes war die Ära des Flusses als Verkehrsader und die der Schiffseigner und Nauflezer Vergangenheit.

Heimat- und Kulturverein, Marktplatz 22, 4982 Obernberg am Inn, Tel.: +43 (07758) 2255, Mobil: +43 (0676) 6133531, Email: info@museum-obernberg.at viamedia